Bitcoin fällt unter 64.000 US-Dollar, ETF verzeichnet Nettoabflüsse
Bitcoin fiel am Dienstag unter 64.000 US-Dollar. Der Markt steht unter zweifachem Druck: steigende Ölpreise schüren Inflationsängste und die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zu Wochenbeginn Netto-Abflüsse, was die Risikoneigung weiter dämpfte.
Ölpreisanstieg begrenzt Risikoneigung
Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Friedensabkommen sowie die Wiederaufnahme der Schifffahrt im Persischen Golf sind ins Stocken geraten, wodurch der Energiemarkt erneut angespannt ist. Reuters berichtet, dass US-Präsident Trump am Montag weitere Bedingungen an Iran gestellt hat, darunter die Forderung nach Entschädigungen für Todesopfer in Kriegen, Angriffen und Protesten.
Der Markt befürchtet, dass sich die Wiederaufnahme der Schifffahrt im Persischen Golf weiter verzögert, was einen Anstieg der Ölpreise zur Folge hat. Wenn die Energiepreise weiterhin steigen, könnten die Produktions- und Transportkosten steigen und der Inflationsdruck wieder zunehmen, wodurch die Erwartungen an eine weiterhin restriktive Geldpolitik der Federal Reserve steigen.
Zinserhöhungserwartung für September steigt auf 51,3%
Laut dem CME FedWatch Tool rechnen Händler derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 51,3% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Federal Reserve bei der Sitzung im September, gegenüber 44,1% am vergangenen Freitag. In diesem Umfeld stehen Risikoanlagen insgesamt unter Druck, und der Spielraum für eine Bitcoin-Erholung ist begrenzt.
Spot-Bitcoin-ETF wechselt zu Abflüssen
Auch auf institutioneller Ebene schwächt sich der Kapitalzufluss ab. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs am Montag einen Netto-Abfluss von 144,67 Millionen US-Dollar und beendeten damit eine Serie von fünf Handelstagen mit Netto-Zuflüssen.
Die ETF-Kapitalströme werden häufig als Indikator für die Bereitschaft traditioneller Investoren zur Allokation genutzt. Anhaltende Netto-Zuflüsse führen meist zu höheren Spot-Käufen, während wiederholte Netto-Abflüsse den Verkaufsdruck verstärken können. Sollte es diese Woche zu weiteren Abflüssen kommen, könnte die Marktstimmung noch weiter schwächer werden.
63.230 US-Dollar als kurzfristige Unterstützung
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag Bitcoin bei 63.916 US-Dollar, ein Rückgang um 1,44% gegenüber dem letzten Handelstag. BTC notiert weiterhin unter mehreren wichtigen Durchschnittslinien: Die 50-Tage-Exponentielle-Gleitlinie liegt bei 64.625 US-Dollar, die 100-Tage- und 200-Tage-Exponentielle-Gleitlinien bei jeweils 66.795 US-Dollar und 72.045 US-Dollar.

Auf der Unterseite gilt 62.345 US-Dollar als derzeit nahe gelegener Unterstützungsbereich. Sollte der Tageschart diesen Bereich signifikant unterschreiten, könnte der Markt weiter zum Jahrestief von 57.800 US-Dollar, das am 1. Juli gebildet wurde, fallen. Der Relative Strength Index liegt bei etwa 48, der MACD befindet sich weiterhin knapp unterhalb der Null-Linie, was auf schwache kurzfristige Kaufdynamik hindeutet.

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