Blackstone plant eine führende Rolle bei einer Finanzierung von 36 Milliarden US-Dollar, Anthropic und Google erweitern ihren Finanzkreislauf um eine weitere Runde.
Anthropic plant, über Blackstone eine Fremdfinanzierung von mehr als 36 Milliarden US-Dollar zu arrangieren, um speziell die Zahlungen für die Anmietung von AI-Chips bei Google zu leisten. Das geplante Finanzierungsvolumen würde damit die bisher größte private Kredittransaktion von 35 Milliarden US-Dollar übertreffen. Dieser Schritt erweitert den "Finanzkreislauf" zwischen Google und Anthropic: Google ist nicht nur Eigenkapitalinvestor, sondern erhält auch die Mietzahlungen für die AI-Chips.
Anthropic baut ein beispielloses umfangreiches Finanzierungssystem auf, um den schnell wachsenden Bedarf an Rechenleistung zu decken.
Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen, auf die sich Bloomberg am 4. August beruft, hat Blackstone bereits erste Gespräche mit Investoren aufgenommen und plant, eine Fremdfinanzierung in Höhe von mindestens 36 Milliarden US-Dollar zu arrangieren, die ausschließlich zur Begleichung der Kosten für die Anmietung von AI-Chips bei Google durch Anthropic verwendet werden soll.
Sollte diese Finanzierung zustande kommen, würde ihr Umfang die rund vor zwei Monaten gemeinsam von Apollo Global Management und Blackstone arrangierte Fremdfinanzierung über 35 Milliarden US-Dollar übertreffen, die bereits jetzt eine der größten privaten Kredittransaktionen aller Zeiten darstellt.
Das Zustandekommen dieser neuen Mega-Finanzierung unterstreicht den schier bodenlosen Kapitalbedarf im Bereich AI-Infrastruktur sowie die zunehmend komplexen Kapitalbeziehungen zwischen Tech-Giganten, Finanzinstituten und AI-Startups.
Google ist nicht nur einer der frühen Investoren von Anthropic, sondern unterstützt das Unternehmen inzwischen auch durch Chip-Leasing-Geschäfte und bildet so einen Finanzierungskreislauf: Die von Google getätigten Investitionen in Milliardenhöhe fließen letztlich in Form von Mietzahlungen wieder zu Google zurück.
Der geschlossene Finanzierungskreislauf expandiert weiter
Diese Finanzierungsrunde stellt eine Erweiterung des "Loop-Transaction"-Systems zwischen Anthropic und Google dar.
Google war einer der frühen Investoren von Anthropic, hat mehrfach Unternehmensanteile erworben und unterstützt zunehmend die Finanzierung des Rechenzentrumsbetriebs dieses Startups.
Der bekannte US-Finanzpodcast-Moderator und Analyst Ed Elson äußerte dazu auf Social Media:
Google hat Anthropic bereits Milliarden investiert. Anthropic zahlt Google für die Chipmiete mit diesem Geld – aber Googles Milliarden reichen nicht aus, also leiht sich Anthropic weitere Milliarden bei Blackstone.
Im Rahmen der bisherigen Fremdfinanzierung über 35 Milliarden US-Dollar plante Anthropic, durch diese Mittel in fünf Rechenzentren leistungsstarke, maßgeschneiderte Google-Chips zu mieten, wobei Google für den größten vorrangigen Teil der Schulden garantiert hat.
Ein weiteres zentrales Element dieser Finanzierungsstruktur ist Broadcom. Anfang dieses Jahres gründeten Broadcom, Apollo und Blackstone gemeinsam die Kooperationsplattform "AI XPV Platform", die speziell führenden AI-Unternehmen wie Anthropic Infrastrukturfinanzierungen für Rechenleistung bereitstellt. Die abgeschlossene 35-Milliarden-Dollar-Transaktion war der erste erfolgreiche Deal dieser Plattform.
Wallstreetcn erwähnte, dass Broadcom im Rahmen dieses Deals die Rückzahlung des vorrangigen Teils garantiert hat und Morgan Stanley als Berater und Arrangeur fungierte.
Anthropic erweitert Rechenleistung auf mehreren Ebenen – AI-Kreditmarkt unter Druck
Gleichzeitig beschränkt sich Anthropics Ausbau der Rechenleistung nicht nur auf Google.
Laut Branchenauswerter SemiAnalysis hat Anthropic bereits ein Rechenleistungsabkommen im Wert von 10 Milliarden US-Dollar mit dem Chiphersteller Bitdeer und dem von früheren Brookfield-Führungskräften gegründeten Neocloud-Startup Volta Infra geschlossen.
SemiAnalysis betont, dass der direkte Antrieb für diese zusätzliche Rechenleistung im rasanten Wachstum der Claude Code-Nachfrage liegt. Das Unternehmen teilte auf Social Media mit:
Die Nachfrage nach Claude Code steigt rapide an.
Diese Finanzierungsmaßnahmen erfolgten nach der vertraulichen Einreichung von Anthropics US-Börsengangsdokumenten.
Der Entwickler der Claude-Modellreihe will OpenAI zuvorkommen und den Börsengang früher schaffen; die aktuelle Großverschuldung könnte darauf hindeuten, dass das Unternehmen kurz vor dem Listing Bilanz und Rechenreserven stärken will.
Aus einer makroökonomischen Perspektive betrachtet, nimmt der Sogeffekt der AI-Infrastruktur auf die Kapitalmärkte weiter zu.
Technologieunternehmen klopfen an jede Ecke des Kreditmarktes an, um dem noch nie dagewesenen Kapitalbedarf von AI gerecht zu werden, und zwingen Wall Street dazu, verschiedenste neue Strukturen für Fremdfinanzierungen zu entwickeln.
In letzter Zeit mussten manche Unternehmen bei Neuverschuldung hohe Zinssätze akzeptieren, was zeigt, dass die Zweifel an der künftigen Rendite von AI-Investitionen bei den Marktteilnehmern noch nicht völlig verflogen sind.
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