US-PPI-Daten: Inflation kühlt ab, aber die Märkte reagieren verhalten
Der jüngste US-PPI-Bericht signalisiert eine nachlassende Inflation und unterstützt die Hoffnungen auf Zinssenkungen der Fed, doch die Kryptomärkte bleiben vorsichtig und größtenteils unbewegt.
Bundesbeobachter haben soeben die neuesten US-PPI-Daten veröffentlicht, die optimistischere Inflationsdaten als erwartet zeigen. Dies befeuert weiter den Druck auf eine Zinssenkung, doch die Reaktionen der Kryptomärkte bleiben verhalten.
Farzam Ehsani, Mitbegründer und CEO von VALR, hat BeInCrypto exklusiv einige Kommentare und Analysen zur Verfügung gestellt. Er äußerte sich kurz bevor der Bericht veröffentlicht wurde.
Neue US-PPI-Daten
Das Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht alle paar Monate Berichte zum US-Verbraucherpreisindex (CPI), der die Inflation bestimmt und einen starken Einfluss auf die Kryptomärkte hat. Es bewertet jedoch auch die Inflation von der anderen Seite und sammelt Daten von Produzenten.
Die neuesten PPI-Daten wurden heute veröffentlicht und zeigen bessere Ergebnisse als erwartet. Ehsani wies auf die Bedeutung dieses Berichts hin und erklärte, dass es sich um einen der größten makroökonomischen Faktoren handelt, die die Kryptomärkte beeinflussen könnten:
„Derzeit bleiben Händler angespannt angesichts der bevorstehenden CPI- und PPI-Datenveröffentlichungen sowie der Zinsentscheidung und der geldpolitischen Ausrichtung der Fed im September. Sollten die ‚Sell the News‘-Dynamiken rund um die Zinssenkungen dominieren, könnte BTC vor einer klaren Markterholung einen weiteren starken Rücksetzer erleben“, erklärte er.
Diese PPI-Daten zeigten einen Anstieg von 2,6% gegenüber dem Vorjahr, was deutlich besser ist als die erwarteten 3,3%. Die Erzeugerpreise sind sogar um 0,1% gefallen, während der Markt einen Anstieg erwartet hatte. Mit anderen Worten: Diese wichtigen wirtschaftlichen Indikatoren zeigen, dass die Inflation deutlich niedriger ist als erwartet.
Dieser Bericht könnte darauf hindeuten, dass US-Rohstoffproduzenten die Kosten von Trumps Zöllen absorbieren, die auf den Kryptomärkten Chaos verursacht haben. Darüber hinaus ist die steigende Inflation einer der Hauptgründe, warum die Federal Reserve die Zinsen möglicherweise nicht senkt.
Wenn diese Zahlen korrekt sind, untermauern diese PPI-Daten und die gestrige Korrektur der Arbeitsmarktdaten die Argumente für Zinssenkungen.
Warum reagieren die Märkte nicht?
Bislang haben die PPI-Daten jedoch weder auf den Kryptomärkten noch auf den traditionellen Finanzmärkten große Auswirkungen gehabt. Theoretisch sollten diese Daten sehr bullisch sein, aber die Reaktion bleibt verhalten. Ehsani hatte eine Erklärung dafür:
„Bitcoins verhaltene Dynamik ist eine natürliche Reaktion auf ein komplexes makroökonomisches Umfeld. Investoren sichern sich im Vorfeld der weithin erwarteten Zinssenkung der Fed im September ab… Das mangelnde Marktinteresse zeigt einen Stimmungswandel auf breiter Front, bei dem selbst eine Lockerung der makroökonomischen Politik mit erhöhter Vorsicht statt mit neuer Überzeugung aufgenommen wird“, so seine Einschätzung.
Diese Vorsicht lässt sich auch an anderen Daten leicht erkennen, da auch andere Faktoren, die eine Zinssenkung unterstützen, die Märkte nicht bewegt haben. In diesem chaotischen Umfeld könnte es mehr als nur einen positiven Inflationsbericht brauchen, um die Bären zu beruhigen. Zudem gibt es einen ganz anderen Faktor, der ebenfalls eine Rolle spielen könnte.
Nach einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht im August entließ Präsident Trump Erika McEntarfer, die Leiterin des BLS. Dieser beispiellose Schritt hat das Vertrauen der Märkte in die Ergebnisse des Bureaus geschwächt, was für die aktuellen PPI-Daten relevant sein könnte.
Konkret könnten einige Investoren – unabhängig von deren Qualität – glauben, dass diese Inflationsstatistiken einfach ungenau sind.
Zusammengefasst: Es gibt derzeit viele wichtige Faktoren. Das nächste FOMC-Treffen findet in weniger als einer Woche statt, und die Kryptomärkte werden wahrscheinlich reagieren, wenn Powell seine angekündigte Zinssenkung umsetzt.
Vorerst scheint dieses wirtschaftliche Datum jedoch nicht auszureichen, um die Märkte allein zu bewegen.
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