Die weltweit beste staatliche Vermögensfonds erzielte eine Jahresrendite von 14,2 % und warnte gleichzeitig davor, dass die hohen Renditen an den US-Aktienmärkten schwer aufrechtzuerhalten seien.
Der neuseeländische Staatsfonds erzielte im Haushaltsjahr 2026 eine Jahresrendite von 14,2 % und wurde als weltweit führender Fonds seiner Kategorie bewertet. Das Managementteam warnte jedoch unmittelbar danach, dass die Rendite des US-Aktienmarktes in den letzten Jahren nahezu doppelt so hoch wie der annualisierte Durchschnittswert der vergangenen 20 Jahre gewesen sei und der Druck zur Rückkehr zum Mittelwert nicht zu unterschätzen sei. Der Fonds hat daher seine langfristige erwartete Jahresrendite von 7,8 % auf 7,2 % gesenkt und das aktive Risikoengagement reduziert.
Der neuseeländische Staatsfonds belegt mit einer jährlichen Rendite von 14,2 % den Spitzenplatz unter vergleichbaren Fonds weltweit, doch das Managementteam warnt gleichzeitig: Die Ära der hohen Renditen am US-Aktienmarkt könnte sich ihrem Ende nähern.
Jo Townsend, CEO der für den Fonds verantwortlichen Guardians of New Zealand Superannuation, erklärte bei der Bekanntgabe der Ergebnisse am Mittwoch, dass die Aktienanleger in den letzten Jahren von hohen Renditen profitiert hätten, diese sich jedoch wahrscheinlich abschwächen werden. Diese Einschätzung steht im Einklang mit den jüngsten Warnungen des norwegischen Staatsfonds-Managements.
Jährliche Rendite von 14,2 % – weltweit die Nummer eins unter vergleichbaren Fonds
Zum 30. Juni 2026 betrug das Volumen des New Zealand Superannuation Fund 94 Milliarden Neuseeland-Dollar (rund 54,4 Milliarden US-Dollar), was ein jährliches Wachstum von 9,3 Milliarden Neuseeland-Dollar und eine Jahresrendite von 14,2 % bedeutet.
Das Analyseinstitut Global SWF stufte den Fonds Anfang dieses Jahres als weltweit leistungsstärksten Staatsfonds ein.
Jo Townsend wies jedoch darauf hin, dass die Rendite des Fonds in diesem Geschäftsjahr um 0,1 Prozentpunkte unter dem Referenzindex lag.
Warnung für den US-Aktienmarkt: Der Druck zur Mittelwert-Rückkehr steigt
Abgesehen von der beeindruckenden Performance äußerte sich Jo Townsend mit Zurückhaltung.
In ihrer Ergebnisverlautbarung erklärte sie: „Die Renditen der US-Aktien in den letzten Jahren lagen fast doppelt so hoch wie die annualisierten Renditen der letzten 20 Jahre. Daher erwarten wir zu einem gewissen Zeitpunkt eine Rückkehr zum Mittelwert.“
Gleichzeitig betonte sie: „Kurzfristig kann eine konzentrierte Allokation starke Renditen bringen, aber langfristig sind wir fest davon überzeugt, dass ein stärker diversifiziertes Portfolio besser zu unserer Mission passt.“
Die durchschnittliche Jahresrendite des Fonds lag in den vergangenen 20 Jahren bei 9,68 %.
Langfristige Renditeerwartungen gesenkt, aktives Risiko reduziert
Diese Warnung spiegelt sich bereits in der operativen Umsetzung des Fonds wider.
Anfang dieses Jahres gab die Verwaltung bekannt, die langfristige erwartete jährliche Rendite des Fonds von 7,8 % auf 7,2 % zu senken. Jo Townsend erklärte am Mittwoch, dass diese Anpassung die Einschätzung widerspiegelt, dass die Renditen von Aktien sinken werden. Gleichzeitig wurde das aktive Risikobudget des Fonds reduziert.
Der Fonds veröffentlicht alle sechs Monate ein Update zu seinen Positionen. Die jüngsten Daten (Stand: 31. Dezember letzten Jahres) zeigen, dass die größte Einzelposition Nvidia ist, mit einem Marktwert von rund 3 Milliarden Neuseeland-Dollar; Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon folgen auf den Plätzen zwei bis fünf.
Das Gesamtvolumen der US-Aktienpositionen beläuft sich auf 31,7 Milliarden Neuseeland-Dollar.
Neben Aktien investiert der Fonds auch in Holz, Immobilien, Private Markets und andere alternative Anlagen. Der Fonds wurde 2001 gegründet, um die Pensionsausgaben für die alternde Bevölkerung Neuseelands finanziell abzusichern; die ersten Auszahlungen sind für das Jahr 2054 geplant.
Norwegischer Staatsfonds warnt ebenfalls
Jo Townsends Einschätzung steht nicht allein.
Nicolai Tangen, CEO der Norges Bank Investment Management (NBIM), erklärte letzten Monat gegenüber CNBC: „Wir sollten nicht erwarten, dass die künftigen Renditen denen der letzten sechs Monate entsprechen.“
NBIM verwaltet den norwegischen Ölfonds, der ein Vermögen von 2,3 Billionen US-Dollar umfasst. Der Fonds erzielte im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Rekordgewinn von beinahe 185 Milliarden US-Dollar.
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