Besant verteidigt den US-Kauf von Yen: Nur „symbolische“ Mittel eingesetzt – Yen-Aufwertung vorteilhaft für US-Exporte und den US-Anleihenmarkt
Die US-Finanzministerin Besent erklärte am Dienstag, dass das US-Finanzministerium bei den zuvor mit Japan abgestimmten Maßnahmen zum Kauf von Yen lediglich symbolische Mittel eingesetzt habe und verteidigte diese seltene Intervention am Devisenmarkt.
Nach Informationen der German Finance APP sagte der US-Finanzminister Bescent am Dienstag, dass das US-Finanzministerium zuvor bei der koordinierten Aktion mit Japan, beim Kauf von Yen, nur „symbolische“ Mittel eingesetzt habe und verteidigte diese seltene Intervention am Devisenmarkt. Er betonte, dass ein starker Yen im eigenen Interesse der USA liege, nicht nur zugunsten der US-Exporte, sondern auch, um Japans Bedarf zu reduzieren, Dollar-Vermögenswerte zu verkaufen – einschließlich möglicher Verringerung der US-Staatsanleihen – für Interventionen am Devisenmarkt.
Bescent erklärte am Dienstag während einer Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus-Ausschuss für Finanzdienstleistungen: „Ein stärkerer Yen ist gut für US-Exporte; ein stärkerer Yen bedeutet auch, dass die japanische Regierung keine US-Vermögenswerte verkaufen muss, um für Devisenmarktinterventionen zu finanzieren.“
Am 31. Juli kaufte das US-Finanzministerium gemeinsam mit japanischen Partnern Yen. Zu diesem Zeitpunkt war der Yen gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit etwa 40 Jahren gefallen. Danach intervenierte die japanische Regierung mit rekordverdächtigen Mitteln am Devisenmarkt, indem sie Dollar verkaufte und Yen kaufte, um die weitere Abwertung der eigenen Währung zu stoppen. Diese Maßnahmen könnten den Verkauf von US-Staatsanleihen umfassen.
Da Japan derzeit der größte ausländische Besitzer von US-Staatsanleihen ist, ist auch der potenzielle Verkaufsdruck auf US-Staatsanleihen durch Japans großangelegte Devisenintervention ein wichtiger Grund für die Aufmerksamkeit der USA gegenüber diesem Thema.
Bescent: USA investierten nur „symbolische“ Mittel und sendeten dennoch erfolgreiche Signals
Bescent erklärte, das US-Finanzministerium müsse nur sehr begrenzte Mittel einsetzen, um dem Markt das Signal der Unterstützung für die japanische Wechselkurspolitik zu geben. Bescent sagte in der Anhörung: „Wir brauchen nur symbolische Beträge, um das Signal zu senden, dass wir Japans Politik unterstützen.“
Laut Schätzungen von Marktbeobachtern waren die Mittel, die das US-Finanzministerium durch den Yen-Kauf einsetzte, deutlich unter 1 Milliarde US-Dollar. Im Vergleich dazu war das Ausmaß der japanischen Intervention weitaus größer: Zwischen Ende Juli und Ende August setzte Japan rekordverdächtige 96,4 Milliarden US-Dollar zum Yen-Kauf ein.
Bescent verriet zudem, dass das US-Finanzministerium durch diesen Yen-Handel bisher bereits Dutzende Millionen US-Dollar Gewinn erzielt habe, obwohl Profit nicht das Ziel der Aktion war.
Vom Umfang her hat die US-Aktion eher symbolischen als tatsächlichen finanziellen Charakter. Im Vergleich zum fast 100 Milliarden US-Dollar umfassenden Interventionsvolumen Japans investierte die USA weniger als 1 Milliarde US-Dollar – aber alleine das direkte Engagement des Finanzministeriums beim Yen-Kauf sendete bereits ein deutliches Policy-Signal an den Devisenmarkt.
Starker Yen liegt im Interesse der USA und verringert Druck auf Japan, US-Staatsanleihen zum Zweck der Devisenintervention zu verkaufen
Bescent erläuterte diesmal die Logik der US-Teilnahme an der Intervention des Yen ausführlich. Erstens: Die Aufwertung des Yen bedeutet eine Rückkehr des Dollar-Yen-Verhältnisses, und so könnten die US-Waren im Vergleich zu japanischen wettbewerbsfähiger werden – daher ist ein starker Yen gut für US-Exporte. Zweitens: Japan benötigt bei starker Abwertung der eigenen Währung üblicherweise den Verkauf von Dollar-Assets und den Kauf von Yen zur Devisenmarktintervention. Da Japan einen großen Bestand an US-Staatsanleihen hält und die Intervention fortgesetzt wird, könnten die Märkte befürchten, dass Japan einen Teil seiner US-Staatsanleihen verkauft, um US-Dollar zu beschaffen.
Als größter ausländischer Inhaber von US-Staatsanleihen könnten Änderungen in Japans Asset-Allokation Auswirkungen auf den US-Staatsanleihenmarkt haben. Für die USA bedeutet die Verhinderung von ungeordneter Yen-Abwertung nicht nur Wechselkurs- und Handelsaspekte, sondern betrifft auch die Stabilität des US-Staatsanleihenmarktes und die eigenen Finanzierungskosten.
Bescent hatte bei einer Rückmeldung an die demokratische Senatorin Warren im letzten Monat bezüglich der aktuellen Intervention bereits ausgeführt, dass ungeordnete Schwankungen am Yen-Markt Investoren zu Zwangsverkäufen zwingen und dadurch die globalen Finanzmärkte treffen könnten – was letztendlich die Kreditkosten für US-Haushalte und Unternehmen steigen lässt.
Bescent fordert weiterhin Zinserhöhungen von der japanischen Zentralbank – diese Woche entscheidendes Meeting
Neben der direkten Teilnahme an Devisenmarktinterventionen hat Bescent in den letzten Wochen mehrfach angedeutet, dass er sich eine Zinserhöhung durch die Bank of Japan wünscht, um so den Yen nachhaltiger zu stützen. Seine früheren Äußerungen zeigen, dass seine Einschätzung zur Richtung der japanischen Geldpolitik auch einer der Beweggründe für die US-Entscheidung zur Intervention am Yen ist.
Die Bank of Japan wird diese Woche eine geldpolitische Sitzung abhalten. Nachdem Yen zuvor auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gefallen war und beide Länder gemeinsam den Devisenmarkt intervenierten, ist nun der Fokus der globalen Märkte darauf gerichtet, ob die Bank of Japan die Geldpolitik weiter straffen wird.
Im Falle weiterer Zinserhöhungen der Bank of Japan dürfte der seit langem existierende große Zinsunterschied zwischen Japan und den USA kleiner werden, sodass die Attraktivität für Investoren sinkt, sich Yen zu niedrigen Zinsen zu leihen und in hochverzinsliche Dollar-Anlagen zu investieren. Dadurch würde der Yen fundamentale Unterstützung erhalten.
„Ich bin jetzt der Dealer!“ Bescent warnt Trader vor zu leichter Yen-Short-Position
Bescent hat zuvor sogar direkt Trader gewarnt, die auf eine weitere Abwertung des Yen setzen. Letzte Woche erklärte er bei einer Veranstaltung an der Southern Methodist University in Texas: „Ich bin jetzt der Dealer. Also, wenn wir beim Yen intervenieren, habe ich ziemlich tiefe Kenntnisse darüber, was die japanische Seite, die Bank of Japan und die japanischen Entscheidungsträger machen werden.“ Er fügte hinzu: „Wenn Sie möchten, können Sie gegen mich wetten.“
Diese Aussagen zeigen, dass die US-Teilnahme an der Yen-Intervention offenbar keine einmalige Marktaktion, sondern eng mit Bescent's Einschätzung zur künftigen Geldpolitik Japans verbunden ist.
Mit der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan diese Woche richtet sich der Markt jetzt zunehmend vom vorherigen Fokus, dass die japanische Regierung direkt Yen kauft, auf die Frage, ob die Bank of Japan durch Zinserhöhungen die Wechselkursunterstützung weiter ausbauen wird.
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