Zur Erweiterung der Finanzierungsmöglichkeiten für große KI-Investitionen nimmt Meta (META.US) Kontakt zu europäischen Anleiheinvestoren auf und könnte damit erstmals in den Nicht-US-Dollar-Anleihenmarkt einsteigen.
Mit dem anhaltenden Boom der künstlichen Intelligenz und steigenden Kapitalausgaben wenden sich die großen Technologiekonzerne zunehmend verschiedenen globalen Anleihemärkten zu, um Finanzierungsquellen zu erschließen.
Wie die APP von Zhihui Finance berichtet, führen die Investitionen großer Technologiekonzerne im Zuge des KI-Booms zu einem stetigen Anstieg der Kapitalausgaben, sodass Technologieriesen zunehmend auf unterschiedliche globale Anleihemärkte zurückgreifen, um Kapital zu beschaffen. Informierten Kreisen zufolge hat Meta Platforms (META.US), die Muttergesellschaft von Facebook, in der vergangenen Woche in Europa eine nicht-transaktionsbezogene Roadshow mit Anleiheinvestoren durchgeführt, wobei der Markt nun darauf achtet, ob der Technologiegigant erstmals einen Schritt auf einen Anleihemarkt außerhalb des US-Dollars wagen wird.
Insidern zufolge hat Meta während dieses Investorentreffens keine konkreten Angaben zum möglichen Zeitpunkt einer Anleiheemission gemacht. Derzeit erwarten die meisten Marktteilnehmer, dass Meta in Zukunft erneut Anleihen auflegen könnte; diese Roadshow in Europa bedeutet jedoch nicht, dass das Unternehmen bereits eine endgültige Entscheidung über eine lokale Kapitalaufnahme getroffen hat.
Bei einer nicht-transaktionsbezogenen Roadshow treffen sich Unternehmen mit Investoren, ohne eine Anleiheemission offiziell zu starten. Dabei präsentieren sie ihre Kreditwürdigkeit, aktuelle Geschäftszahlen, Strategien und Zukunftsaussichten. Zusätzlich bietet dies Gelegenheit für einen Austausch zwischen Investmentanalysten und dem Management. Anders als bei einer offiziellen Beauftragung zur Anleiheemission besteht durch solche Roadshows keine Garantie, dass das Unternehmen letztlich im betreffenden Markt Kapital aufnehmen wird.
Falls sich Meta letztlich für eine Anleiheemission in Europa entscheiden sollte, hätte dies eine gewisse Signalwirkung. Bislang hat Meta nie außerhalb des US-Dollaranleihemarktes Schulden aufgenommen. Die letzte öffentlich bekannte US-Dollar-Anleiheplatzierung des Unternehmens war im April dieses Jahres, als durch eine sechsgeteilte Anleihe 25 Milliarden US-Dollar eingeworben wurden. Während Meta nun den europäischen Anleihemarkt prüft, erschließen große Cloud- und Technologiekonzerne weltweit zunehmend Finanzierungsquellen jenseits des US-Dollars, um Mittel für umfangreiche Investitionen in KI und Datenzentren zu beschaffen.
In dieser Woche hat Amazon (AMZN.US) erstmals den britischen Pfund-Anleihemarkt betreten und durch eine vierteilige Platzierung 4,25 Milliarden Pfund (etwa 5,75 Milliarden US-Dollar) aufgenommen und ist damit auf Anhieb einer der größten Corporate-Borrower des lokalen Marktes. Zuvor war Amazon erstmals auf dem Euro-Anleihemarkt aktiv, führte die größte jemals in Euro begebene Unternehmensanleihe durch und hat nachfolgend sowohl den Schweizer Franken- als auch den kanadischen Dollar-Anleihemarkt erschlossen, wobei auch hier das Emissionsvolumen einen Rekordwert erreichte.
Alphabet (GOOGL.US) ist in diesem Jahr ebenfalls aktiv auf globalen Anleihemärkten auf Kapitalsuche. Das Unternehmen ist erfolgreich in den Euro-, Pfund-, Yen-, kanadischen Dollar-, Schweizer Franken- und australischen Dollar-Anleihemarkt eingetreten, was zeigt, dass große Technologiekonzerne durch die Ausweitung der Währungen und Investorenbasis immer vielfältigere Finanzierungsquellen für den Aufbau von KI-Infrastrukturen suchen.
Neben klassischen, unbesicherten Unternehmensanleihen hat Meta auch über verschiedene bilanzexterne Finanzierungen Kapital für Datenzentrumprojekte aufgebracht.
Allerdings rückt angesichts des rasanten Anstiegs des Finanzierungsvolumens für KI-Infrastruktur auch die Aufnahmekapazität der Investoren für entsprechende Schuldtitel stärker in den Fokus. Als BlackRock zuletzt Unternehmensanleihen für Metas Datenzentrumprojekt in Texas platzierte, war die Marktnachfrage schwächer als üblich, sodass der Kupon der Anleihen schließlich bei über 7,5% lag.
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