Die Vorzugsaktien südkoreanischer Unternehmen werden mit einem Rekordabschlag von 45 % gehandelt, dem höchsten Wert seit zehn Jahren. Der Rückkaufplan von Samsung im Volumen von 110 Billionen koreanischen Won könnte den sogenannten „Korea Discount“ verringern.
Der mit Spannung erwartete Aktienrückkaufplan von Samsung Electronics lässt Investoren erwarten, dass der koreanische Konzern stimmrechtslose Vorzugsaktien erwerben wird, wodurch deren erheblicher Abschlag verringert wird und ein Präzedenzfall für andere Unternehmen geschaffen wird.
Wie Jinse Finance berichtet, sorgt der mit Spannung erwartete Aktienrückkaufplan von Samsung Electronics dafür, dass Investoren erwarten, dass der südkoreanische Großkonzern stimmrechtslose Vorzugsaktien erwirbt. Dadurch könnte deren erheblicher Abschlag verringert werden und zugleich ein Präzedenzfall für andere Unternehmen geschaffen werden.
Über hundert südkoreanische Unternehmen, darunter Hyundai Motor und LG Chem, haben Vorzugsaktien ausgegeben, um Kapital zu beschaffen, ohne das Stimmrecht der Gründerfamilien zu verwässern. Obwohl diese Vorzugsaktien gegenüber Stammaktien eine kleine Dividendenausschüttung aufweisen, werden sie im Durchschnitt mit einem Abschlag von 45 % gehandelt, was laut Sachin Mistry, Portfoliomanager bei Palliser Capital in London, ein typisches Zeichen für eine Kapitalfehlallokation ist.
Marktbeobachter erwarten, dass sich Samsung bei Rückkaufaktionen auf die rabattierten Vorzugsaktien konzentrieren wird. Dies würde nicht nur Geld sparen, sondern auch helfen, eine Regelung zu umgehen, die verbundene Unternehmen dazu zwingen könnte, ihre Anteile zu reduzieren. Die niedrigen Bewertungen der Vorzugsaktien stehen im Fokus der Anleger, denn Südkorea treibt derzeit Reformen der Unternehmensführung voran, um den sogenannten „Korea Discount“ – eine langjährige systematische Unterbewertung des südkoreanischen Aktienmarkts – zu beseitigen.
„Die Dynamik für eine Verengung der Abschläge nimmt zu“, sagt Han Sangkyoon, Chief Investment Officer bei Quad Investment Management. Das Unternehmen verkaufte Anfang dieses Jahres Samsung-Stammaktien und baute Vorzugsaktien auf, um von einer Angleichung der Bewertungen zu profitieren. „Der Abschlag bei Vorzugsaktien ist überzogen“, so Han.
Im vergangenen Monat kündigte Samsung Electronics an, maximal 110 Billionen Won (etwa 81,8 Milliarden US-Dollar) in die Ausschüttung von KI-Gewinnen an die Aktionäre zu investieren – eine der größten Aktionärsrendite-Initiativen weltweit. Obwohl das Unternehmen keinen genauen Rückkaufbetrag nannte, beträgt der Preisunterschied zwischen Vorzugsaktien und Stammaktien derzeit 26 %.
Zusammengefasste Daten zeigen, dass dieser Unterschied inzwischen auf den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt gestiegen ist, selbst nachdem er sich kürzlich aufgrund der Rückkauferwartungen von zuvor 37 % verringert hat.
Auch Hyundai Motor kündigte im August einen Aktienrückkauf an, der Vorzugsaktien einschließt. Der Aufschlag der Stammaktien gegenüber den Vorzugsaktien beträgt aktuell mehr als 50 %.
„Wenn ein Unternehmen Vorzugsaktien zurückkauft und einzieht, können künftige Dividendenausschüttungen eingespart werden“, sagt der private Investor Kang Dong-oh, der eine Kampagne zur Aufwertung von Vorzugsaktien initiiert hat. „Je mehr Vorzugsaktien ein Unternehmen zurückkauft, desto größer ist der Nutzen für alle Aktionäre.“
Nach südkoreanischem Recht dürfen mit Samsung verbundene Finanzunternehmen nicht mehr als 10 % der stimmberechtigten Stammaktien besitzen. Ein groß angelegter Rückkauf von Stammaktien könnte dazu führen, dass die mit der Gründerfamilie verbundenen Anteilseigner den Grenzwert überschreiten und Anteile verkaufen müssen. Durch den Rückkauf von Vorzugsaktien kann Samsung die bestehende Eigentümerstruktur bewahren und gleichzeitig den Unternehmenswert stärken.
Die 10 %-Beteiligungsobergrenze „könnte die Zahl der Stammaktien, die das Unternehmen zurückkaufen kann, begrenzen. Daher könnten mehr Vorzugsaktien zurückgekauft werden“, sagt Molly Pieroni, Präsidentin der texanischen Yacktman Asset Management Company. „Dies könnte eine Schließung des Abschlags auslösen.“
Durch Rückkäufe würde Samsung zudem den Wert je Aktie steigern und so schrittweise den „Korea Discount“ abbauen.
Yacktman Asset Management und andere Investoren erwarten, dass die Rückkaufpläne von Samsung zu einer umfassenden Neubewertung von Vorzugsaktien im südkoreanischen Unternehmenssektor führen könnten.
„Wir sehen den Abschlag bei Vorzugsaktien als Symptom des ‘Korea Discount’ – eingeschränkter Marktzugang hat eine normale Preisfindung verhindert“, sagt Pieroni von Yacktman. „Mit der weiteren Öffnung des südkoreanischen Markts für internationale Investoren erwarten wir, dass dieser Abschlag nach und nach zurückgeht.“
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