XRP bleibt trotz des schwierigen Marktumfelds eine der Kryptowährungen mit besonders aktiver und loyaler Community. Beim Kurs ist davon aktuell allerdings wenig zu sehen. XRP notiert nur noch bei rund 1 US-Dollar und damit mehr als 70 Prozent unter seinem Allzeithoch – der übergeordnete Bärenmarkt dominiert weiterhin. Gleichzeitig arbeitet das Ökosystem im Hintergrund an mehreren technischen Neuerungen. Besonders spannend: Neben dem unmittelbar bevorstehenden XRPL-3.3-Upgrade liegt nun auch ein neuer Vorschlag für eine grundlegende Verbesserung des Multisig-Systems auf dem Tisch. Damit könnte der XRP Ledger vor allem für institutionelle Anwendungen attraktiver werden.
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XRP Ledger plant großes Multisig-Upgrade
Eine der aktuell spannendsten Entwicklungen rund um den XRP Ledger betrifft das Thema Multi-Signature-Transaktionen. Unter dem Namen „On-Chain Cosigner“ wurde Anfang August ein neuer Vorschlag in das XRPL-Standards-Repository eingebracht. Hinter dem Konzept stehen Shawn Xie, Zhiyuan Wang, Chenna Keshava B S und Mayukha Vadari. Letztere verwies selbst darauf, dass das bisherige Management von Signaturen bei XRPL-Multisig vergleichsweise umständlich sein kann.
Das Problem liegt vor allem in der heutigen Koordination. Zwar unterstützt der XRP Ledger bereits M-of-N-Multisignaturen, doch die benötigten Signaturen müssen außerhalb des Ledgers gesammelt und anschließend von einem Koordinator zusammengeführt werden. Fällt dieser Dienst aus, verliert Signaturen oder ist vorübergehend nicht verfügbar, kann der gesamte Workflow ins Stocken geraten.
XRP Ledger Multisig Could Be Getting a Major Upgrade
A new ripple:native Ledger Standards proposal called On-Chain Cosigner aims to modernize multi-signature transactions. It was authored by Shawn Xie, Zhiyuan Wang, Chenna Keshava B S, and Mayukha Vadari.
XRPL community member… pic.twitter.com/E5z2Ifi3te
— BSCN (@BSCNews) August 6, 2026
On-Chain Cosigner soll genau diesen Single Point of Failure beseitigen. Anstatt Signaturen lediglich off-chain auszutauschen, soll die Koordination stärker auf den Ledger verlagert werden. Dadurch könnten mehrere Parteien unabhängig voneinander an einer Transaktion mitwirken, ohne vollständig von einer zentralen Koordinationsinstanz abhängig zu sein.
Gerade für Custody-Anbieter, Unternehmen und Finanzinstitutionen wäre das relevant. Multisig wird dort genutzt, um Kontrolle über Vermögenswerte auf mehrere Schlüssel oder Mitarbeiter zu verteilen. Zuverlässigere Abläufe könnten deshalb nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch komplexere institutionelle Transaktionsprozesse vereinfachen. Der Vorschlag soll zudem mit anderen geplanten XRPL-Funktionen wie Batch-Transaktionen und Sponsored Fees zusammenspielen. Aktuell handelt es sich allerdings noch um einen Standards-Vorschlag und nicht um eine bereits aktivierte Netzwerkfunktion.
XRPL 3.3 steht vor dem Start: Diese Funktionen sollen kommen
Noch konkreter ist das bevorstehende xrpld-3.3.0-Upgrade. Die bisherige stabile Hauptversion 3.2.0 wurde erst Mitte Juni veröffentlicht; inzwischen existiert bereits ein 3.3.0 Release Candidate. Damit befindet sich die nächste Generation der Referenzsoftware für den XRP Ledger in der finalen Testphase.
Im Mittelpunkt stehen mehrere Funktionen, die den XRPL insbesondere für institutionelle Anwendungen und tokenisierte Assets erweitern sollen. Dazu gehören Batch Transactions, Permission Delegation, Verbesserungen rund um Multi-Purpose Tokens sowie Sponsored Fees and Reserves. Bei Batch Transactions können bis zu acht einzelne Transaktionen gebündelt und beispielsweise atomar ausgeführt werden. Damit lassen sich komplexere Abläufe umsetzen, bei denen entweder alle Teiltransaktionen erfolgreich durchgeführt werden oder der gesamte Vorgang scheitert.
XRP Ledger 3.3 Upgrade Clears Major Security Test
The $XRP Ledger community has completed adversarial testing for five major features planned in the upcoming XRPL 3.3.0 release.
The review, conducted with Web3 security firm Sherlock, uncovered 2 Critical, 6 High, 29 Medium, and… pic.twitter.com/bUcPE3Sl2f
— BSCN (@BSCNews) August 7, 2026
Permission Delegation verfolgt wiederum einen anderen Ansatz: Ein Konto kann einem zweiten Konto gezielt bestimmte Rechte übertragen. Unternehmen könnten dadurch operative Schlüssel mit eingeschränkten Berechtigungen einsetzen, während besonders sensible Hauptschlüssel offline bleiben. Die Delegation kann verändert oder vollständig widerrufen werden.
Wichtig ist dabei der enorme Fokus auf Sicherheit. Laut den von dir eingebundenen XRPL-Angaben wurden fünf für das 3.3-Umfeld vorgesehene Funktionen gemeinsam mit dem Web3-Sicherheitsunternehmen Sherlock adversarial getestet. Dabei wurden zahlreiche Schwachstellen unterschiedlicher Schweregrade gefunden und vor einer möglichen Aktivierung untersucht. Dass solche Probleme bereits vor Mainnet-Aktivierungen auftauchen, ist beim XRPL nicht neu: So wurde Anfang 2026 beispielsweise eine kritische Schwachstelle im damaligen Batch-Amendment entdeckt, bevor die Funktion auf dem Mainnet aktiviert war und Gelder gefährdet werden konnten.
Genau darin liegt die Bedeutung von 3.3: Das Upgrade liefert nicht einfach kosmetische Änderungen, sondern baut die technische Infrastruktur für komplexere Finanzanwendungen weiter aus. Für den XRP-Kurs garantiert dies kurzfristig natürlich keine Trendwende. Fundamental entwickelt sich der XRP Ledger jedoch genau in jene Richtung weiter, die für Tokenisierung, institutionelle Nutzung und anspruchsvollere On-Chain-Finanzprodukte wichtig werden könnte.
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